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Kreditinstitute investieren in Web 2.0: So nutzen Banken das Social-Web

Wenn selbst die Banken anfangen via Facebook, Twitter & Co. zu kommunizieren, dann scheint an diesen Web 2.0-Sachen doch wirklich etwas dran zu sein. Keine Branche ist so vorsichtig im Einsatz einer Kommunikationstechnologie, wie die Finanzwirtschaft. Gleich zwei Studien kommen jetzt aber zu dem Ergebnis, dass auch die meisten Kreditinstitute im Social-Web ankommen sind. Natürlich die einen mehr und die anderen weniger.

So hat die Münchner Werbeagentur Webguerillas untersucht, wie aktiv die deutschen Banken im Social Web sind. Ergebnis: Filialbanken sind im Internet aktiver als Direktbanken. Von den einzelnen Unternehmen ist die Deutsche Bank am aktivsten.

Das Ergebnis ist deutlich: „Unsere Analyse zeigt, dass sich gerade Privatbanken intensiv mit dem Thema Social Media auseinandergesetzt haben. Vor allem die Filialbanken wissen die verschiedenen Kanäle inzwischen gezielt für sich zu nutzen“, sagt David Eicher, Geschäftsführer der Webguerillas. „Die Landesbanken jedoch übersehen derzeit noch den Brückenschlag zwischen der virtuellen Welt und ihrem Tagesgeschäft. Dabei könnte gerade hier die strategische Nutzung relevanter Social Media-Kanäle viel für die Marke und deren Image tun“, fasst Eicher den Social Web Check weiter zusammen.

Die Untersuchung zeigt, dass die Website, ein Wikipedia-Eintrag und ein Xing-Profil längste zum Standard gehören. Zudem verfüge das Gros der untersuchten Privatbanken über eine Mobile App und ist auf den drei populären Social Media-Plattformen Facebook, Twitter und YouTube aktiv.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt der „Branchenkompass 2012 Kreditinstitute“. Die Untersuchung konnte beobachten, dass die Kreditinstitute ihre Skepsis gegenüber Social Media verlieren würden. 2011 äußerten noch fast drei Viertel der deutschen und österreichischen Banken Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes gegenüber Web-2.0-Anwendungen. Ein Jahr später sind es nur noch 60 Prozent.

Laut der Branchenstudie von Steria Mummert Consulting sinken auch die Bedenken gegenüber anderen Risiken bei der Nutzung von Plattformen wie Facebook, Twitter und Xing. So haben nur noch 55 Prozent Angst, auf Nachrichten von Nutzern nicht schnell genug adäquat reagieren zu können und damit Kritik hervorzurufen. Innerhalb des vergangenen Jahres ist dieser Wert um sieben Prozentpunkte gesunken. Die grundsätzliche Befürchtung, die Kontrolle über Inhalte und Nutzerreaktionen zu verlieren, hat ebenfalls abgenommen, von 57 auf 48 Prozent“, fasst Haufe die Ergebnisse zusammen.

Den Banken geht es vor allem um die Erweiterung des Kundenkreises. 78 Prozent erhoffen sich neue Kunden, Interessenten und Unterstützer durch Weiterempfehlungen, 76 Prozent behalten Kundenmeinungen im Blick und 75 Prozent setzen auf eine positive Imagebildung.

Customer-Support: Kunden sind noch Social-Media-Muffel

Die Unternehmen scheinen weiter als ihre Kunden. Längst haben die meisten Firmen gelernt, dass sie bereit sein müssen, auch über die wichtigsten Social-Media-Kanäle Kundenanfragen und Support-Bitten zu beantworten. So bieten weltweit rund 71,2 Prozent aller Companies einen Customer-Support via Facebook, Blogs oder Twitter an. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie von SAP und Social Media Today.

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Das ist die eine Seite der Medaille. Die andere sieht so aus, dass die meisten Kunden noch lange nicht via Social Media mit den Firmen in Kontakt treten. So errechnete die Studie, dass 41,2 Prozent aller Firmen lediglich zwischen null und fünf Prozent aller Support-Anfragen über Web 2.0-Kanäle erhalten.

Bei 17,7 Prozent sind es immerhin bereits über 25 Prozent aller Anfragen, die über Facebook, Twitter & Co. hereinkommen. Die mit Abstand beliebtesten Web 2.0-Plattformen sind dabei tatsächlich Facebook und Twitter.

Es liegt also noch ganz viel Überzeugungsarbeit vor den meisten Firmen um ihre Kunden davon zu überzeugen, dass sie auch via Social Media einen guten Support erhalten.

>> emarketer.com

zu Guttenberg: Social-Media-Streit um die Deutungshoheit

Seit vielen Jahren wartet die Web 2.0-Community schon auf einen Wahlkampf, der auch im Netz mit allen Mitteln der Social-Media-Kunst ausgefochten wird. Blaupause hierfür ist noch immer die Obama-Kamagne. Doch alle deutschen Versuche, das einheimische Internet zu politisieren, scheiterten an der Ignoranz bzw. mangelnden Begeisterung des Mitmach-Webs – bislang. Denn die Diskussion um mögliche Plagiate in der Doktorarbeit von Karl-Theodor zu Guttenberg sorgt dafür, dass nun ein ernsthafter politischer Netz-Disput mit Social-Media-Mittel ausgefochten wird. Das Besondere: Zum ersten mal ist die Online-Diskussion keine Einbahnstraße eher linker Meinungen mehr, sondern auch konservativen Kräften gelingt es, endlich eine nennenswerte Zahl an Netz-Unterstüztern zu finden, die auch bereit sind, sich sichtbar im Internet zu engagieren.

Gutten-Wiki

Am Anfang stand das Crowdsourcing-Projekt des Guttenplag-Wikis. Auf der Suche nach Plagiaten in der Doktorarbeit des Verteidigungsministers fand sich eine beeindruckend große Gruppe von Onlinern zusammen, um gemeinsam nach Copy&Paste-Delikten zu fahnden. Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Die Süddeutsche Zeitung trat am Mittwoch den Fall mit sechs fehlenden Fußnoten. Bis Freitag hatte das Herr der freiwilligen Guttenplag-Wiki-Helfer über zweihundert Seiten in der Dissertation gefunden, auf denen potentielle Plagiate vermutet werden. Das Wiki kann man längst als doppelten Erfolg werten. Zum einen lieferte das Projekt beeindruckende Ergebnisse in einer Geschwindigkeit, zu der eine normale Experten-Kommision gar nicht in der Lage wäre, und zum anderen war die Aktion ein großer medialer Renner. Von FAZ und Spiegel bis zur Tagesschau berichtete alle Über das Wiki.

Jimmy_Wales

Die Folge waren offenbar massive Trafficzahlen, wie dieser Tweet von Wikipedia-Mastermind Jimmy Wales zeigt.

So weit, so Beeindruckend, aber auch irgendwie normal. Interressant wird die Social-Media-Geschichte jetzt vor allem durch den Umstand, dass diesmal auch die Pro-Guttenberg-Fraktion sich mit viel Raffinesse den Möglichkeiten des Web 2.0s bedient.

Facebook-Gutti

Die Vorzeige-Aktion der Sympathisanten des Verteidigungsministers ist die Facebook-Gruppe “Gegen die Jagd auf Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg”. Seit Freitag drückte bereits 102.000 Facebook-Mitglieder den “Gefällt mir”-Button. Hinter der Aktion steht der Medienunternehmer Tobias Huch. Für den Mainzer ist die Facebook-Seite eine „eine Art Demonstration„.

Tatsächlich ist es Huch gelungen zu demonstrieren, dass sich mittlerweile auch eher konservative Gruppen Online mobilisieren lassen. Das heißt: Endlich sind anständige politische Debatten auf Augenhöhe möglich, die auf den meisten Social-Media-Plattformen führen lassen. So gesehen, hat die Plagiatsdebatte um die Doktorarbeit des Ministers auch sein Gutes.

Launch: Social Media Newsroom und Pressroom von ethority

Der Social Media Newsroom, der seit langem in der gedanklichen Schublade von ethority geruht hat, ist nun verwirklicht.

Der US-amerikanische PR-Berater Todd Defren gilt als Begründer des Social Media Newsroom . Dieser ist vergleichbar mit einer digitalen Pressemappe plus den gebündelten Aktivitäten des Unternehmens im Netz. Auch der Newsroom von ethority vereint alle Web 2.0 Tools – auf einen Blick bekommt man eine Übersicht über alle Social-Media-Aktivitäten:

newsroom

–         FlickR-Slideshow

–         Blog Feed mit den neuesten Beiträgen

–         Twitterstreams von ethority und Mitarbeitern

–         Slideshare

–         Youtube-Account

–         What we read

–         About ethority

Des Weiteren wird der Newsroom mit Informationen aus unserem Presseblog gespeist, in dem sich neben Logos, Grafiken und Pressebildern, die aktuellen Pressemitteilungen sowie der Pressespiegel Print und Online befinden – also alle  relevanten Unternehmensinfos, die aber nicht nur das Social Web betreffen.

Die Veränderungen, die das Web 2.0 mit sich brachte, schlagen sich auch in der PR nieder. Durch den Pressroom wird Pressearbeit transparent gemacht und erleichtert den Informationsfluss. Ein Social Media News und Press Room bietet aber auch viele andere Vorteile:

–         alle Online-Aktivitäten von ethority auf einen Blick

–         gleichzeitige Ansprache von Journalisten und weiteren Influencern

–         ständiger und öffentlicher Zugriff auf Pressematerial für Journalisten und Blogger

–         Aktualität durch Abonnement des RSS-Feed

–         schnelle Kontaktmöglichkeit zu ethority

–         jeder kann frei wählen, welche Informationen er heraus filtern möchte

Nach wie vor stehe ich aber auch gerne persönlich zur Verfügung, um alle Interessenten mit dem gewünschten Pressematerial zu „versorgen“.

Für weitere Informationen über das Konzept eines Social Media Newsrooms kann man sich auch bei Kubitz.net erkundigen.

Beispiele für weitere deutsche Social Media Newsrooms gibt es beim PR-Blogger.

Das Internet lebt! Der Social Media Counter demonstriert die Werberelevanz des Webs

In der Welt der Werbung und des Marketings findet schon seit Längerem ein Umbruch statt. Das Online Marketing im Allgemeinen boomt. Dabei fangen neue Strategien wie Mobile und Social Media Marketing kleinere Einbußen im Bereich des klassischen Online Marketings auf und zeigen den Weg für die Zukunft auf.

Einen Großteil des Werbe-Etats investieren viele Unternehmen allerdings immer noch in die traditionellen Werbeträger: Print, Fernsehen, Außenwerbung vielleicht sogar Radio. Die Angst in den Führungsetagen der Unternehmen vor den „neuen“ Werbeformen, fußt dabei oft auf einem fehlenden Verständnis für die Reichweite und Bedeutung der neuen Kanäle wie z.B. des Social Web.

Gary Hayes, unter anderem Vorstandsmitglied einer australischen Design-Firma, hat ein Tool entwickelt, mit dessen Hilfe jedem Skeptiker eindrucksvoll demonstriert werden kann, was für eine Eigendynamik die neuen Medien mittlerweile entwickelt haben: Den Social Web Counter.

via Basic Thinking Blog

Der Social Web Counter basiert auf einer langen Reihe von Daten aus den verschiedensten Studien und anderen Informationsquellen (genauere Infos zur Datengrundlage z.B. hier). Interessant sind dabei nicht nur die Angaben zum allgemeinen Nutzerverhalten im Internet (z.B. wie oft wird ein Video auf Youtube hochgeladen), sondern vor allem die Zahlen zur kommerziellen Nutzung des Internets durch Social Media Plattfomen und Unternehmen. Es ist durchaus beeindruckend auf dem Counter zu beobachten, dass Facebook innerhalb einer Sekunde mehrere Dollar allein durch seine „Facebook Gifts“ verdient. Bei den Gesamtwerbeeinahmen sieht es dementsprechend noch rosiger aus.

Zwar ist der Social Web Counter kaum mehr als eine Aggregation von Daten verpackt in eine technische und gestalterische „Spielerei“, aber in jedem Fall zeigt er eines ganz deutlich:

Es gibt sie, die Erlösmodelle im Internet – und sie sind sogar erfolgreich!

Colloquium 2009 der Trurnit-Gruppe: Reset – Innovationen für neue Kundenbedürfnisse

Auf dem diesjährigen Colloquium der Trurnit-Gruppe im Siemensforum in München stand am 10. und 11. September 2009 alles unter dem Motto „Reset – Innovationen für neue Kundenbedürfnisse“. Hier ein kleiner Auszug aus dem Seminarprogramm, dessen Inhalt die Teilnehmer, vornehmlich lokale Energieversorger, während des Colloquiums beschäftigten sollte:

„Die Zeit ist reif für einen Perspektivwechsel und neue Umgangsformen mit Energie, Rohstoffen und Kunden. Innovationskraft, Risikobereitschaft und Marketingexzellenz zeichnen dabei die Unternehmen aus, die heute und morgen erfolgreich sind.“

Die Energieversorger wollten die zwei Tage nutzen, um sich über neue Möglichkeiten in der Energieversorgung, aber auch über neue Wege in der Kommunikationen mit ihren Kunden Gedanken zu machen. Unterstützend für dieses Vorhaben wurde u.a. Dr. Benedikt Köhler, Director Digital Strategy & Research bei ethority, eingeladen, um einen Vortrag über „Wenn Kunden mit Kunden (über Sie) reden: Wie Unternehmen im Web 2.0 erfolgreich kommunizieren“ zu halten.

colloquium_benedikt_munchen_september_2009

Da dieses Thema durchaus nicht nur für Energieversorger grundlegend und wichtig ist, gibt es die Slides der Präsentation noch diese Woche auf dem ethority Blog!

Corporate Twitterer in Deutschland – ein Blick hinter die Kulissen

Vor kurzem gab es auf Mashable einen Artikel über die 40 besten Corporate Twitterer. Natürlich, wie so oft, sehr US-lastig. Da das Internet global ist und auch in Deutschland das ein oder andere Unternehmen twittert, habe ich mir gedacht, es könnte doch ganz interessant sein, ähnliche Fragen an die deutschen „Corporate-Twitterer“ zu richten. Hier die Antworten der interessantesten Unternehmenstwitterer in Deutschland.

Medien

Zu den Pionieren der deutschsprachigen Corporate-Twitterszene gehörten Medienmacher. Anfangs betrachteten viele Twitter allerdings als nur einen weiteren Kanal, um auf ihre Meldungen automatisiert hinzuweisen. Noch ein unproblematischer Abnehmer für die eigenen RSS-Feeds. Mit der Zeit entdeckten jedoch immer mehr von ihnen, dass man mit diesem Medium ganz anders umgehen kann und einen echten Dialog führen kann. Kurz: sie entdeckten das @-Zeichen.

Hannoversche Allgemeine Zeitung (@HAZde)

1. Wer steckt hinter dem Account HAZde?
Marcus Schwarze (HAZ-Redakteur, @homofaber) und Dirk Kirchberg (fester freier Mitarbeiter, @kirchberg)

2. Warum twittert die HAZ?
Weil dort ein Teil unserer Leser und Nichtleser zu Hause ist. Und weil wir große Lust darauf haben, mit Lesern Kontakt zu haben und Nichtleser zu Lesern zu machen. Und weil unsere Leser Lust auf die HAZ haben. Geben und Nehmen.

3. Was gibt es in den Tweets der HAZ Spannendes zu lesen?
Ausgewählte überprüfte Eilmeldungen, von denen wir glauben, dass sie die internetaffine Leserschaft besonders interessieren. Flapsig erzählte Kuriosa, die im Nachrichtenbetrieb manchmal untergehen, samt Link zur HAZ, aber auch zu anderen Angeboten, zum Beispiel die unten genannten. Antworten auf Fragen von Lesern, zum Beispiel die hier:

  • @ChristelWoeller: Grüne Laserstrahlen über Hannover verbinden Kirchtürme von Athanasius-, Nazareth + Pauluskirche #Fusion Südstadt-Gemeinden…
  • Sack-Reis-Meldung: Obama hat das erste Mal als Präsident mit Angie Merkel telefoniert. Na dann…
  • Kleinkind spielt mit Telefon und ruft die Polizei. Die entdeckt Papas Marihuana-Plantage #Techniktücken http://haz.de/784770 .
  • Oder, as it happened: Verhaspler mit Folgen: US-Präsident Obama hat den Eid auf die Verfassung ein zweites Mal geschworen – Quelle MSNBC http://tinyurl.com/d4735o…
  • Unglaublich: Zwei burmesische schiffbrüchige Fischer überleben 25 Tage in einer Kühlbox! http://HAZ.de/783910
  • Matthew Harding-Hoax als eigentlicher Hoax entlarvt: Kann mal bitte jemand die Wahrheit in Sachen „Matthew Harding ein Hoax!“ als Hoax entlarven? Wir glauben dran! http://haz.de/703506
  • iTunes bannt Kopierschutz, Spotify startet, last.fm + blip.fm erfolgreich. Das Ende des Musikkopierschutzes? Erbitten Meinungen zwecks Text

4. Was war bisher euer kuriosestes oder faszinierendstes Erlebnis auf Twitter?
Faszinierend: Leser fragten uns per Handy-Tweet, warum die Züge am hannoverschen Bahnhof zwei, drei Stunden Verspätung hatten – und tatsächlich hatte es da einen Vorfall (Suizid) gegeben, über den natürlich angemessen sofort online und am Abend in der Zeitung berichtet wurde. Sonst wäre das Thema uns durchgegangen.
Im größeren Rahmen war natürlich das Foto aus dem Hudson-River faszinierend. Bis zur nächsten Weltnachricht. Übrigens bemerken wir, dass viele Twitterer in solchen Sitationen auf die klassischen Medien, vor allem das TV, verweisen. Die haben also weiterhin ihre Berechtigung, sogar in vielen Fällen eine gewachsene Bedeutung, sofern sie ihre Quellen überprüfen und nennen.

5. Lohnt sich Twittern für die HAZ?
Ja: Wir sammeln Erfahrung mit dem Getwitter. Das eine oder andere Thema haben wir dadurch schon entdeckt.

6. Wie sieht ein typischer an HAZ gerichteter Tweet aus?
@HAZde immer diese distanzlose Begeisterung … Schlimm.

7. Welche Zukunft hat Twitter in der Zeitungswelt?
Für einige Kollegen gehört es dazu, für andere weiterhin nicht. Beides ist okay.

Welt Kompakt (@weltkompakt)

1. Wer steckt hinter @weltkompakt?
frank schmiechen;

2. Warum twittert die Welt Kompakt?
twittert aus spaß, neugier;

3. Was gibt es in den Tweets von @weltkompakt zu lesen?
meldungen, nebensachen, wichtiges, triviales;

4. Was war bisher euer kuriosestes oder faszinierendstes Erlebnis auf Twitter?
die welt der anderen live und gratis

N24 (@N24_de)

1. Wer steckt hinter @N24_de?
Die Redaktion von N24.de. Anfangs nur der Teil, der selbst schon twittert.

2. Warum twittert N24?
Weil es uns gibt ;- ) Wir sind immer auf der Suche nach neuen Lesern und nutzen gerne auch neue Kanäle.

3. Was gibt es in euren Tweets Spannendes zu lesen?
Hinweise auf die wichtigen und kuriosen News des Tages als Video, Galerie oder Text und natürlich Links zu Videos von spannenden N24-Sendungen. Und natürlich ein wenig Flurfunk und Interna wie hier

4. Was war bisher euer kuriosestes oder faszinierendstes Erlebnis auf Twitter?
Faszinierend: wie wir einen Twitter-Nutzer, der lustvoll über das N24-TV-Programm herzog, durch eine locker-freundliche Antwort überzeugen konnten, @N24_de zu followen.

5. Lohnt sich das Twittern für N24?
Ja, denn wir sind ein moderner Nachrichtensender, der neue Kommunikationswege nutzt. Aber: Derzeit ist Twitter nur ein nettes Beiwerk. Damit es nicht so bleibt, möge bitte jetzt jeder Leser seinen Beitrag leisten: http://www.twitter.com/N24_de folgen!

6. Wie sieht ein typischer an @N24_de gerichteter Tweet aus?
„Übrigens Followertipp: @N24_de – die haben das mit dem Twittern verstanden.“ (Na gut: Noch ein paar solche Empfehlungen mehr, und es gilt als typisch.)

7. Welches Potential hat das Zusammenspiel von Twitter und TV?
Viele wichtige Ereignisse kann man bei N24 TV live verfolgen. Etliche davon passieren sehr kurzfristig. Über Twitter erfahren unsere Follower von aktuellen Ereignissen und können sie live auf N24 oder im Stream auf N24.de mitverfolgen.

Turi2 (@turi2)

1. Wer steckt hinter @turi2?
Das komplette Team – die Kontrolle über den Account hat aber der jeweilige CvD. Angeschoben hat unser Kollege Peter Schwierz den Kanal. Er kann auch schwer die Finger davon lassen.

2. Warum twittert turi2?
Wir twittern, um am Puls der Zeit zu sein, was digitale Trends und Themen anbelangt. Die zweinulligen Wortführer sind allesamt im Twitterversum versammelt – da darf ein Branchendienst 2.0 nicht fehlen. Zudem erfrischt die unterhaltsame Mischung aus halbprivaten und ernsten Infos den Arbeitsalltag ungemein.

3. Was gibt es in den Tweets von @turi2 Spannendes zu lesen?
Aktuelle News, Links auf unsere Beiträge und manche Interna oder Kommentare.

4. Was war bisher euer kuriosestes oder faszinierendstes Erlebnis auf Twitter?
Manchmal kommen Insider-Infos per Direct Message rein. Das ist nicht zu unterschätzen! Über Twitter sind wir ohne Aufwand direkt ansprechbar. Da waren schon einige gute Tipps dabei, die sich beim Nachfassen immer bestätigt haben.

5. Lohnt sich Twittern für euch?
Finanziell sicher nicht, aber das spielt keine Rolle. Der Austausch zählt – und das digitale Ohr am Leser. Wir beobachten zwar fast 24 Stunden am Tag das Web und die Blogosphäre, merken via Twitter aber viel schneller, was die hippen Themen sind. Und wenn ab und zu eine exklusive Nachricht reinkommt, lohnt sich’s freilich besonders.

6. Wie sieht ein typischer an euch gerichteter Tweet aus?
Puh, den „typischen“ gibt’s nicht. Aber der hier von @DWDL war nett: „Die größte Enttäuschung bei @turi2 heute: Das Aufmacher-Bild. Das wird doch einem Peter „Paint“ Turi nicht gerecht.“ Wir haben dann gleich mal den Tuschkasten bemüht und die Kollegen glücklich gemacht.

7. Wie lange wird es noch dauern, bis der erste deutsche Verleger twittert?
Hoffentlich nicht lange, wir tippen auf Dirk Ippen, ein Profil hat er immerhin schon eingerichtet: @dirk_ippen

Mode

Zum digitalen Lifestyle gehört Mode. Insofern überrascht es nicht, dass auch auf Twitter immer wieder darüber gesprochen wird. Es überrascht aber, wie wenige Unternehmen dieses Potential wahrnehmen und auf den vielen spannenden Gesprächen auf Twitter zuhören oder sich gar in diese Gespräche einschalten. Und zwar mit Inhalten, nicht mit Werbung. Spreadshirt hat bewiesen, dass so etwas geht.

Spreadshirt (@yourownlabel)

1. Wer steckt hinter dem Account @yourownlabel?
Aktuell kümmern sich vor allem die Leute um den Twitter-Account, die auch die anderen Social Media-Kanäle wie die Blogs kümmern. Das sind Mitglieder des Brand & Communication-Teams wie z. B. wir, Andreas Milles und Tobias Huber. Andere Spreader, u. a. unsere CEO Jana Eggers (jeggers), twittern fleißig auf eigenen Accounts.

2. Warum twittert Spreadshirt?
Zum einen, weil´ss zu unserer Marke passt, die sich ja im Kern um das Selbstwertgefühl und die „Self Expression“ dreht. Zum anderen: weil´s Spass macht und (noch) herrlich unkonventionell ist – Direktkontakt und offener Austausch mit Kunden fühlt sich immer gut an.

3. Was gibt es in den Tweets von @yourownlabel Interessantes zu lesen?
Tipps und Hilfe, genauso wie Neues aus dem Blog oder aus dem Hause Spreadshirt generell. Wir versuchen, die Aktio/Reaktio-Quote ausgeglichen zu halten, da wir unsere Follower nicht nur mit neuen Blogartikeln zuspammen, sondern v. a. für sie da sein und ihnen ggfs. helfen wollen. Zukünftig wollen wir unsere Follower auch verstärkt in Aktionen einbinden und sie z. B. zu Exklusiv-Testern von neuen Textilien machen.

4. Was war bisher euer kuriosestes, faszinierendstes oder tollstes Erlebnis auf Twitter?
Am faszinierendsten ist auch nach Ablauf der ui-das-ist-neu-und-nice-Zeit die Möglichkeit, in Echtzeit Gespräche über unsere Marke und Services zu beobachten und ggfs. an ihnen teilzunehmen.
Und Kuriositäten gibt es fast im Wochentakt. Aktuell ist z. B. über uns zu lesen: „diese arschgeigen von spreadshirt haben meine komplette bestellung verbummelt, weil sie scheinbar zu blöd sind, mit paypal umzugehen“ (http://twitter.com/tiefenrausch/status/1152857510). Davor verstecken wir uns nicht (im Gegenteil, der Twitterfeed ist recht zentral ins Blog eingebunden). Wichtig ist es, solche Dinge ernst zu nehmen, mit den Leuten Kontakt aufzunehmen und ihr Anliegen im Unternehmen – in diesem Fall zu den Serviceleuten – weiterzutragen.
Auch spannend: wir hatten ein Ticket für die MBC09 abzugeben und konnten es via Twitter in gefühlten 5 Minuten an den Mann bringen.

5. Lohnt sich das Twittern für Spreadshirt?
Das wissen wir noch nicht, aber im Moment hält sich der Aufwand verglichen mit der Wirkung (dass wir zuhören und da sind) im Rahmen. Moment, vielleicht lohnt sich´s sogar doch schon – es gab schon Leute, die aufgrund unserer Tweets einen T-Shirt Shop bei uns eröffnet haben.

6. Wie sieht ein typischer an @yourownlabel gerichteter Tweet aus?
In etwa so: „was muss ich eigentlich machen um von euch einen pro-shop gesponsored zu bekommen?“, so: „der Bass-Shirt-Shop auf www.bassic.ch läuft zurzeit massiv viel besser als die Google AdSense-Einnahmen. Danke.“, so: „könnt ihr mir erklären, weshalb ich das Wort „Bass“ nicht auf meinen Bass-Shirts verwenden darf? Macht doch keinen Sinn.“ oder so: „very happy about my spreadshirt xmas sales 2008.“

7. Wie wird man im Jahr 2020 twittern?
Noch mobiler, noch lokaler, noch automatisierter (GPS etc.). Und vielleicht mit live Tweets auf T-Shirts? Nur eins ist sicher: auch das Spam-Aufkommen wird zunehmen.

Banken

Warum sollten Banken twittern? Warum nicht. Schließlich kann es gerade in Zeiten, in denen das Vertrauen in das Finanzsystem erschüttert ist, wichtig sein, in einem authentischen Dialog mit anderen zu zeigen, dass es nicht nur um Derivate, Futures und Zinssätze geht, sondern um Menschen. Twittern als vertrauensbildende Maßnahme? Auf jeden Fall einen Versuch wert.

GLS Gemeinschaftsbank (@glsbank)

1. Wer steckt hinter dem Account @glsbank?
Momentan stecken eine Mitarbeiterin und ich als Leiter Online-Vertrieb hinter dem GLS Bank-Account.

2. Warum twittert die GLS-Bank?
Weil Twittern ein schnelles, transparentes und zeitgemäßes Mittel der Kundenkommunikation ist. Wir suchen bewusst den Dialog und wollen natürlich auch unsere Reichweite in neuen, interessanten Zielgruppen damit ausbauen.

3. Was gibt es in den Tweets der GLS-Bank Spannendes zu entdecken?
Ob es bisher Spannendes zu entdecken gab, können nur die Follower beurteilen. Wir sollen über unsere Aktivtäten informieren, auf Entwicklungen am Finanzmarkt aufmerksam machen, Anfragen beanworten. Momentan ist das alles erst im Aufbau begriffen.

4. Was war bisher euer kuriosestes, faszinierendstes oder tollstes Erlebnis auf Twitter?
Besonders schön sind immer positive Reaktionen von Kunden, die uns via twitter erreichen. Aber auch Beschwerden konnten wir schon via twitter beantworten und lösen. Das ist genau die Art von Transparenz, die wir als nachhaltige, ökosoziale Bank wollen.

5. Lohnt sich das Twittern für euch?
Wir betrachten die Twitterei nicht unter ROI-Gesichtspunkten. Schnelle, offene und ehrliche Kundenkommunikation lohnt sich unseres Erachtens immer.

6. Wie sieht ein typischer an @glsbank gerichteter Tweet aus?
In erster Linie sind es Fragen zu Angeboten, zu Prozessen oder zur Bank ganz allgemein, die uns erreichen. Bisher ist das aber noch relativ verhalten.

7. Wie sieht die Zukunft von Twitter in der Bankenwelt aus?
In diese Glaskugel lässt sich nur schwerlich schauen. Für uns mit unserem ganz besonderen Verständnis von Bankarbeit bietet Twitter gute Möglichkeiten, unser Transparenzversprechen einzulösen. Ob andere Banken auf diesen Zug aufspringen wird sich zeigen. Ich könnte mir vorstellen, dass Twitter vor allem für regional aufgestellte Institute ein Mittel der Kundenkommunikation und -bindung wird. Inwieweit Großbanken auf den Zug aufspringen, wage ich nicht zu prognostizieren.

Internetunternehmen

Etwas verwundert bin ich darüber, dass angestammte Internetunternehmen wie eBay sich erst relativ spät in dieses Medium gewagt haben. Zwar gibt es viele Mitarbeitertweets aus der Web 2.0-Szene, aber echte Corporate Twitteraccounts sind immer noch sehr selten. Umso spannender, dass sich mit eBay Deutschland jetzt auch hier Bewegung ins Feld zu kommen scheint.

eBay Deutschland (@eBayDE)

1. Wer steckt hinter dem Account @eBayDE?
Hinter @eBayDE steckt die Kommunikationsabteilung von eBay in Deutschland. Initiiert wurde der Twitter-Stream in Zusammenarbeit mit der für eBay arbeitenden Agentur achtung! kommunikation. Der aktive Twitterer ist Bastian Scherbeck, zuständig bei achtung! für den Bereich Social Media. Er steht in engem und permanentem Kontakt mit den Zuständigen bei eBay.

2. Was war der Auslöser für eBay zu twittern?
Auslöser sich aktiv in den Social Media einzubringen, war vor allem die immer noch aktuelle Entwicklung und Verschiebung in der deutschen Medienlandschaft. Für Twitter haben wir uns aufgrund der steigenden Wahrnehmung und Popularität entschieden. Und die Entscheidung wirklich zu starten, fiel natürlich in dem Moment, in dem die Aufmerksamkeit für eBay auf Twitter am Größten war: Bei der Versteigerung von Robert Basics Blog.

3. Was gibt es in den Tweets von @eBayDE Interessantes zu lesen?
Die Tweets von @eBayDE werden natürlich immer um eBay in Deutschland kreisen: Kurioses, Lustiges, Spannendes, Interessantes und Wichtiges rund um eBay wird damit zu den Themen gehören. Im Vordergrund steht aber das Gespräch mit unseren Followern – welche damit den Themenkreis erweitern und aktiv unsere Agenda beeinflussen können. Beispielsweise planen wir auch Umfragen unter unseren Followern.

4. Was war bisher euer kuriosestes, faszinierendstes oder tollstes Erlebnis auf Twitter?
Wir haben ja gerade erst losgelegt – insofern werden wir sicher noch einiges erleben. Kurios und interessant war aber insbesondere die Reaktion einiger Twitterer an unserem ersten Tag. Einige von Ihnen waren so überzeugt davon, dass es sich bei uns um einen Fake handelt, dass wir echt einige Mühe hatten das auszuräumen. Wir sehen das als unvermeidliche Nachwehen der vielen echten Fakes auf Twitter an – und konnten die Bedenken mittlerweile ausräumen.

5. Was erhofft sich eBay vom Twitter?
Wir erhoffen uns vor allem einen spannenden und direkten Kontakt und Dialog mit unseren Kunden und Followern – und natürlich und nicht zuletzt einen persönlicheren Eindruck von eBay für alle, die uns lesen.

6. Wird man irgendwann per Tweet mitsteigern können?
Eine reine Twitter-Auktion wäre sicherlich mal eine spannende Sache über die man nachdenken könnte. Das reguläre Mitsteigern per Tweet ist nicht geplant.

NGOs

Eigentlich macht einem die Lektüre von Howard Rheingolds Smart Mobs oder Clay Shirkys Here Comes Everybody deutlich, welches Potential das Medium Twitter für die Mobilisierung von Protest besitzt. Merkwürdig, dass die Bewegungen in Deutschland ziemlich lange brauchen, um Twitter zu entdecken. Greenpeace gehört hier auf jeden Fall zu den Pionieren.

Greenpeace Hamburg (@greenpeacehh)

1. Wer steckt hinter dem Account GreenpeaceHH?
Birte Oldenburg, Journalistin in Hamburg, die die Online-Aktivitäten der Greenpeace-Gruppe Hamburg ehrenamtlich aufbaut mit einem Webteam.

2. Warum twittert Greenpeace Hamburg?
Wir wollen „Greenpeace zum Anfassen“ machen, diskutieren und informieren, außerdem suchen wir Verstärkung für unser Webteam.

3. Was gibt es in den Tweets von GreenpeaceHH Spannendes zu lesen?
Dass wir gerade einen Mercedes zum Klimaschwein umrüsten. Dass der neue Fischführer da ist. Oder wir stellen Kampagnen von Greenpeace vor.

4. Was war bisher dein kuriosestes, faszinierendstes oder tollstes Erlebnis auf Twitter?
Die Frage: „Muss ich bei Greenpeace anrufen, wenn ich ne Ölpest auf dem Kaffee hab?“ Die Antwort lautete: „Wir kommen immer gerne, weißt du doch ;)“

5. Lohnt sich Twittern für Greenpeace Hamburg?
Auf jeden Fall, das zeigen die vielen Fragen und Antworten. Mit Greenpeace-Aktivisten über den Umweltschutz zu diskutieren, das wird rege genutzt.

6. Wie sieht ein typischer an GreenpeaceHH gerichteter Tweet aus?
Zum Beispiel eine Frage zu Ökostrom, eine Reaktion auf eine Aktion – oder die Sorge, ob Greenpeace sich mal um den Failwhale kümmern kann… *

7. Welche Anwendung verwendest du zum Twittern?
Am Schreibtisch Twhirl, weil es Zweit-Accounts unterstützt und bei Fragen klingelt. Unterwegs die Summize-Suche nach „greenpeacehh“ oder Twibble.

Und warum twittert Ihr Unternehmen? Weiter geht’s in den Kommentaren.

Web 2.0 und PR – der Hamburger PR Club debattiert

Am gestrigen Abend machte ich mich auf, um der Einladung des Hamburger PR Clubs zu folgen. Der PR Club lud zu einer Podiumsdiskussion zum Thema Web 2.0 / Web X.0? wohin geht die Reise und wie (re)agiert die PR? statt. Zu Gast waren Faktor3 Gründer und Inhaber Volker Martens, der Geschäftsführer von achtung! kommunikation Mirko Kaminski, Sebastian Moleski von Wikipedia, Sven Starke von der Neteye GmbH und Klaus Ebert, der Geschäftsführer von Axel Springer Digital. Moderiert wurde die Veranstaltung von Stefan Keuchel, dem Google Pressesprecher für Deutschland. Wie die Besetzung des Podiums schon erahnen lässt, wurde die PR an diesem Abend in Bezug auf Social Media nicht neu erfunden. Doch war aber der Gedankengang von Volker Martens interessant. In der zukünftigen Arbeit mit Kommunikation sind keine Spezialisten mehr gefragt, sondern vielmehr werden Generalisten im Mittelpunkt stehen. Mit dieser Äußerung trifft Martens den Nagel auf den Kopf. Ich denke auch, dass PR im Zeitalter von Social Media einen interdisziplinären Ansatz verfolgen muss. Zukünftig muss die Profession der PR sich auch Marketingthemen widmen. So sind Marketing und PR in Social Media zwei Seiten einer Medaille

Die Zeiten, in denen sich die PR-Leute mit den Journalisten beschäftigt haben, während die Marketingleute Produktangebote und Werbung entworfen haben, sind bald vorbei. Denn ein Großteil der relevanten Kommunikation, welche einen Einfluss auf die Markenwahrnehmung und damit dann auch auf den Umsatz hat, findet im informellen Spannungsfeld zwischen Kneipengespräch, Empfehlungen von Freunden, Google-tauglichem Blogeintrag, Presseartikel und YouTube-Video statt.

Auch die Aussage, dass an erster Stelle jeglicher Kommunikationsaktivität in Social Media das Zuhören stehen muss, kann ich an dieser Stelle nur unterstreichen. Demnach werden die PR Agenturen und Unternehmenskommunikationen nicht umher kommen, als Grundalge ihres Schaffens ein Social Media Monitoring zu installieren. Brian Solis sieht in dieser Strategie nur Vorteile:

Listening is also instrumental in the creation of new communications and service initiatives as well unearthing the specific conversations that matter to your brand – for gathering data and also discovering opportunities to respond.

Auch Solis scheint den engen Zusammenhang zwischen Marketing und Public Relation zu sehen.

Doch ein Gast versetzte mich mit seiner Präsenz doch in großes Erstaunen – Klaus Ebert. Der Ex-Programmchef von RTL Nord mit dem Hang zu hübschen Mitarbeiterinnen und der neue Geschäftsführer von Axel Springer Digital TV saß auch auf dem Podium. Ich frage mich, wieso die Organisatoren zum Thema Bewegtbild in Social Media niemanden eingeladen haben, der im Bereich von Videoplattformen ein wenig mehr vorzuweisen hat. Wie wäre es denn zum Beispiel mit Ibrahim Evsan oder Manuel Uhlitzsch gewesen? Diese beiden hätten doch sicher interessanteren Input geben können als das Ebertsche Schulhof Gleichnis. Social Media Plattformen sind Schulhöfe… und Marketer die Eisverkäufer… und irgendwo in der Ecke stehen die coolen Jungs mit dem Kamm in der Hosenhintertasche. Herr Ebert, die coolen Jungs kenne ich aus Grease Sie kennen doch den Film mit John Travolta und den speckigen Haaren. Diese Zeiten sind aber schon mindestens 50 Jahre her.

Zumindest hatte Herr Ebert als einziger Diskutant einen Laptop vor sich aufgeschlagen. Ich frage mich eigentlich wofür. In dem Veranstaltungsraum gab es weder Wifi noch ordentlichen Handyempfang. Herr Ebert konnte aber wenigstens seine Affinität gegenüber der Social-Media-Szene mit seinem augeklappten schwarzen Macbook präsentieren. Sieht man schließlich ja auch auf so Web 2.0 Treffen.

Ich hoffe, dass die Ideen für Axel Springer frischer sind als die coolen Jungs mit dem Kamm in der Tasche.
Klaus Ebert ist mit aller Sicherheit ein sehr erfahrener Fernsehmensch, aber macht ihn das gleich zu einem guten und relevanten Vertreter des Bewegtbilds in Social Media? Ich hätte mir da etwas mehr gewünscht.

Streitkultur 2.0 – Sidetaker.com

Die online marketing düsseldorf wirft ihren Schatten Voraus, und besonders viel von diesem Schatten hat in letzter Zeit das ethority Weblog abbekommen. Es wird also Zeit ein paar interessante Dinge niederzuschreiben.
Gestern las ich einen Beitrag von Jason Kincaid. Kincaid stellte auf Techcrunch eine neue Plattform vor, die es streitenden Freunden, Familienmitgliedern oder Ehepaaren ermöglicht, ihren Streit in aller Netzöffentlichkeit von der Usergemeinde beurteilen zu lassen. Nachdem die beiden Streithähne ihre Position auf der Web-Plattform dargelegt haben, kann der interessierte User Position für die eine oder andere Partei einnehmen. Man kann dieses neue Webangebot, nett gesprochen, als Mediation 2.0 bezeichnen. So ist hier der User der Mediator, der zwischen den beiden Medianten als neutraler Außenstehender vermittelt. Böse gesprochen könnte dieser Service aber auch als Britt 2.0 bezeichnet werden In solchen Talk Shows werden ja schließlich auch Gemütszustände aus Paar- und Familienproblematiken zielgruppengerecht und auf Krawall gebürstet diskutiert. Egal wie man diese nutzergenerierte Streiterei auf Sidetaker.com nun finden mag, in den USA wird dieses Angebot sicherlich einen Markt finden:
A part of me can’t believe that it’s real – how many couples would actually turn to the web to resolve a private matter? But shows like Jerry Springer and Judge Judy have thrived on this sort of thing for years, so there’s definitely a large audience. And while it may sound ridiculous, there may be a significant demand for text-based dispute resolution.
Für Deutschland würde ich auch eine positive Nachfrage prognostizieren. Die Britts und Kallwass dieser Nation haben schließlich auch ihren Markt. Also, wieso sollte das nicht auch auf textbasierte Ebene im deutschsprachigen Internet funktionieren. Schließlich diskutieren Millionen Menschen über Automarken oder Unterhaltungselektronik auf Textbasis im Internet. Welcher Grund sollte dagegen sprechen, dass persönliche Probleme nicht auch im Netz ausschweifend diskutiert werden könnten. Frei nach dem Motto: des einen Freud ist des anderen Leid.

Barack Obama bekommt von deutschen Internetnutzern ein schlechtes Zeugnis – die ethority US-Wahlkampfstudie 2.0

ethority hat rund 90.000 User-Meinungen aus Weblogs, Online-Foren und Newssites über die beiden US-Präsidentschaftskandidaten analysiert. Bei dieser Analyse wurden Beiträge aus dem deutsch-, englisch- und spanischsprachigen Raum ausgewertet. Das Ergebnis zeigt, dass der demokratische Kandidat Barack Obama im prozentualen Anteil der Gesamtgesprächsaufkommen in diesen Medien vor seinem republikanischen Konkurrenten liegt. Doch schneidet der Republikaner McCain im Bezug auf die Tonalität im deutsch- und spanischsprachigen Raum nicht deutlich schlechter ab als Obama. Im englischsprachigen Raum werden die beiden Kandidaten dagegen deutlich positiver bewertet.

Selten wurde so ausgiebig und intensiv in Deutschland über eine US-Präsidentschaftswahl gesprochen, wie über den aktuellen Wahlkampf in den USA. Ein zentraler Grund hierfür liegt sicherlich in der intensiven Nutzung beider Wahlkampflager von Web 2.0 Angeboten wie Weblogs, Online-Foren und Social Networks. Doch welche Wahlkampfthemen werden im Web 2.0 häufig besprochen und wie reflektieren die Internetnutzer diese Themen? Wie hoch ist das Gesamtgesprächsaufkommen im Web 2.0 – der so genannte Buzz – im Bezug auf die beiden Kandidaten? Gibt es in verschiedenen Sprachräumen Unterschiede in der Wahrnehmung beider Kandidaten und deren politischen Visionen?
Diese Buzz-Analyse zeigt, dass die US-Wahlkampfmanager den im Umbruch befindlichen gesellschaftlichen Medienkonsum antizipieren. Die nutzergenerierten Kommunikationskanäle werden besonders in den USA, aber auch im deutsch- und spanischsprachigen Raum intensiv zu politischen Diskussionen rund um die bevorstehende US-Präsidentschaftswahl genutzt. Die veränderte Mediennutzung sollte auch deutsche Wahlkampfmanager auf den Plan rufen. Wollen die großen deutschen Parteien auch zukünftig ihre Wählergruppen erreichen, müssen sie den digitalen Kommunikationskanälen einen festen Platz in ihren Wahlkampfstrategien einräumen. Die digitale und nutzergenerierte Kommunikation bildet eine bisher noch nicht da gewesene Partizipationsmöglichkeit. Internetnutzer bewegen sich heute jenseits der Reichweitengrenzen klassischer Medien wie Print oder TV. War es in der Zeit vor dieser digitalen Kommunikation nur sehr schwer außerhalb klassischen Medien, Familie und Freundeskreis seine politische Meinung zu bilden, erweitert sich das willensbildende Forum durch YouTube & Co. exponentiell.