Beiträge

Von wegen Shitstorm! Versagen in der Krisenkommunikation ist die größte Angst von Kommunikationsprofis

Diese Untersuchung ist höchst aufschlussreich. Die dpa-Tochter News aktuell fragte 530 PR-Schaffende nach den größten Ängsten von Kommunikationschefs. Das Ergebnis überraschte insofern, dass Shitstorms mit nur 24 Prozent auf Position vier landeten. Die beiden größten Horror-Szenarien für Öffentlichkeitsarbeiter sind demnach „inhaltliche Fehler“ (41 Prozent) und ein „versagen in der Krisenkommunikation“ (38 Prozent).

Hier sind alle Ergebnisse im Überblick:
1. Inhaltliche Fehler (41 Prozent)
2. In Krisenkommunikation versagen (38 Prozent)
3. Von Vorstand/Geschäftsführung übergangen zu werden (28 Prozent)
4. Shitstorms (24 Prozent)
5. Zu wenig Wissen (22 Prozent)
6. Vorstand/Geschäftsführung blamieren (22 Prozent)
7. Mangelnde Eloquenz (7 Prozent)
8. Bohrende Journalisten (6 Prozent)
9. Sichtbares Lampenfieber (5 Prozent)

Besonders große Sorgen sollten sich übrigens Journalisten machen. Vor ihren bohrenden Fragen haben nur noch sechs Prozent aller Kommunikationschefs angst. Das spricht nicht gerade für die Bissigkeit der Reporter und Redakteure.

Kommunikationschefs fürchten bei ihrer Arbeit vor allem inhaltliche Fehler

Hier gehts zur Pressemeldung.

Die meisten Pressesprecher sind mit Social Media unglücklich

Die Studie liest sich so, als ob viele Unternehmen und ihre Kommunikationsabteilungen noch immer Einiges falsch machen würden. Denn offenbar scheint in Sachen Facebook, Twitter & Co. in den meisten Marketing- und PR-Units eine erhebliche Ernüchterung Einzug gehalten haben. Eine Umfrage der dpa-Tochter News aktuell und Faktenkontor hat ergeben, dass nur 13 der Unternehmen der Meinung sich, dass sich ihre Erwartung zu dem Einsatz von Social Media voll erfüllt hätte.

Bildschirmfoto 2013-04-24 um 17.45.56

„Mehr als drei Viertel gaben an, ihre Erwartungen seien „zum Teil“ (64 Prozent) oder „kaum“ (zwölf) erfüllt worden, zwei Prozent zeigten sich von Social Media komplett enttäuscht und neun Prozent wussten zum Thema keine Angaben zu machen. Auf die Frage, wie gut ihr Unternehmen für Social Media gerüstet sei, antworteten 39 Prozent mit ‚gut‘ oder ’sehr gut‘, 42 Prozent mit ‚mittelmäßig’“, fasst Werben und Verkaufen die Ergebnisse zusammen.

Tatsächlich scheinen die Pressesprecher teilweise auch gar nicht zu wissen, mit welchen Inhalten und wie sie überhaupt im Social Web punkten können und sollen. So sollen 16 Prozent der Unternehmenskommunikatoren auf die Frage, welche Inhalte ihres Unternehmens große Interaktion im Social Web auslöse, mit einem ratlosen „Weiß nicht“ geantwortet haben.

Die Studie scheint neben ihren offensichtlichen Ergebnissen vor allem auch eine gewisse Ratlosigkeit über den richtigen Umgang mit Facebook, Twitter & Co. zu zeigen. Noch immer scheint es vielen Unternehmen an einer passenden Strategie und den nötigen KPIs zur Überprüfung deren Erfolges zu fehlen. Einfach nur bei Facebook zu sein reicht nicht. Ohne exakten Plan, ein funktionierendes Monitoring und ein gut ausgebildetes Team ist ein Erfolg 2.0 kaum machbar.