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Wal-Mart plus Edelman PR: US-Blogger ließen sich einfach beeinflussen

Es war die New York Times, die den Stein in Rollen brachte. Sie recherchierte, dass die US-Einzelhandelskette Wal-Mart Ende 2005 anfing ausgewählte Blogger mit Informationen zu versorgen, die den Konzern in einem guten Licht dar stehen ließen. Organisiert wurde die Informationskampagne vom US-PR-Giganten Edelman. Adressaten der Infopost waren vor allem Blogger, die sich in der Vergangenheit kritisch über den Konzern, seine Philosophie und seine Arbeitsbedingungen äußerten. Der Clou: Einige Postempfänger veröffentlichten die Wal-Mart-Infos ohne sie zu hinterfragen und ohne sie auf ihrem Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen. Obwohl in den US-Blogs von Stuart Bruce, Neville hobson oder DrewB noch immer eine hitzige Diskussion über die moralische Verantwortung von Edelman, Wal-Mart und eines jeden Bloggers geführt wird, lassen sich jedoch jetzt schon drei Lehren aus dem Fall ziehen.
1. Bloggs sind anfällig für Falschinformationen. Gerade weil Blogger oftmals nur Hobby-Journalisten sind, werden Informationen nicht mit der nötigen Distanz betrachtet und nicht immer ausreichend auf ihre Plausibilität und ihren Wahrheitsgehalt hin überprüft.
2. Auch Blogger haben eine moralische Verpflichtung den Wahrheitsgehalt von Informationen zu prüfen.
3. Da Weblogs mittlerweile eine beträchtliche Reichweite und eine nicht mehr zu unterschätzende Meinungsmacht haben, macht es aus PR-Sicht sehr viel Sinn möglichst viele Blogger mit bewusst gesteuert Informationen zu erreichen. Der Fall schlug in den USA mittlerweile so hohe Wellen, dass sich selbst Richard Edelman persönlich dazu äußerte. Natürlich via Blog.

Neues Promi-Weblog

Am neunten Mai will die amerikanische Publizistin Arianna Huffington mit ihrem neuem Blog online gehen. Clou des Angebots: Rund 300 Berühmtheiten sollen in regelmäßigen Abständen eigenen Beiträge schreiben und veröffentlichen.
Mitmachen sollen unter anderem Diane Keaton, Warren Beatty, John Cusack, Maggie Gyllehaal und Gwyneth Paltrow.
Zur Finanzierung plant die Macherin nicht nur den Verkauf von Werbung, sondern auch lukrative Parallelveröffentlichungen der Blog-Inhalte in Zeitungen und Magazinen. Klingt alles nach der alten Gleichung: Ein bisschen Politik und vor allem viele bekannte Namen ergeben ein prima Geschäft.