Fünf am Freitag – mit Alexander Hauser

Heute begrüßen wir zur unseren Runde Alexander Hauser, Geschäftsbereichsleiter Online-Marketing bei Sparkassen-Finanzportal GmbH.

Alexander Hauser

Zur Person: Alexander Hauser leitet den Geschäftsbereich Online-Marketing beim Sparkassen-Finanzportal. Auf Agenturseite betreute Herr Hauser namhafte Markenetats wie Mercedes-Benz, Panasonic, Ramazzotti oder Levi’s, bevor er in die Finanzwirtschaft wechselte. Seit 2004 ist er im Social Web aktiv und berät in seiner jetzigen Funktion Unternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe im Aufbau Ihrer Social Media-Aktivitäten.

1. Social Media Monitoring in 2012: Aus Ihrer Sicht zwingend erforderlich oder nur zusätzliches Tool in einer Strategie?

Social Media Monitoring ist in der Sparkassen-Finanzgruppe ein essentielles Basiswerkzeug in der Kommunikation. Zum einen als Grundlage unseres eigenen Reputationsmanagements, zum anderen aber auch als Marktforschungstool und zur Resonanzmessung unserer Social Media-basierten Kampagnen wie die diesjährige „Giro sucht Hero“-Kampagne.

2. Wo sehen Sie die wichtigsten Trends im Social Commerce?

Ich sehe nicht unbedingt den Trend, Produktabschlüsse direkt über Social Media-Plattformen zu tätigen, vor allem nicht im Finanzdienstleistungsbereich. Aber die Meinungsbildung und Informationsaggregation zu Produkten und Dienstleistungen wird massgeblich auch über Social Media bestimmt. Daher ist es für uns wichtig, in Social Media-Umfeldern Informationen und Angebote bereit zu halten, die es unseren Kunden und Zielgruppen möglichst einfach machen, mit uns zu interagieren und die auch einen Mehrwert darstellen.

3. Wie bewerten Sie die aktuelle Debatte rund um das Thema ROI im Social Media?

Die Social Media-Aktivitäten einer Marke oder eines Unternehmens können nicht im luftleeren Raum stattfinden, daher ist die Diskussion um messbare Ergebnisse wichtig und richtig, um auch die damit verbundenen Aufwände zu rechtfertigen. Der ROI kann aber nicht oder nicht nur anhand von Umsatz- und Ertragsgrößen definiert werden, Social Media ist komplexer als das. Den Ansatz der Social Media Balanced Scorecard zeigt hier vielfältige Aspekte jenseits von rein finanziellen Größen, die den ROI definieren können.

4. Was fasziniert Sie an Social Media besonders?

Als gelernter „klassischer Werber“ hat es mich früher immer gestört, daß man zuerst eine groß angelegte Kampagne umsetzt und danach wiederum viel Geld in Marktforschung anlegen musste, um nachzuweisen, wie sich die Imagewerte meiner Zielgruppe in Bezug auf mein Produkt oder meine Dienstleistung verändert haben. Onlinekommunikation und im speziellen Social Media-Kommunikation gibt mir unmittelbares Feedback, wo ich mit meiner Marke und meinem Produkt stehe. Viele Unternehmen scheuen noch den Social Media Dialog aus Angst vor Kritik und negativen Äusserungen. Das Gegenteil sollte der Fall sein: begrüßen Sie Kritik, begegnen Sie ihr auf Augenhöhe und sehen Sie darin immer eine Chance zur Verbesserung ihres Produktes oder Ihrer Dienstleistung. Die Sparkassen haben in Deutschland 50 Millionen Kunden und die sagen uns schon sehr genau, wo der Schuh drückt. Unsere Pflicht ist es, dem Kunden zuzuhören und ihn Ernst zu nehmen, gerade in Zeiten einer Finanzmarktkrise.

5. Bevorzugen Sie Facebook oder Google+ ? „Liken Sie noch, oder Plussen Sie schon?“

Wir „liken“, beobachten die Entwicklungen rund um Google+ aber weniger aus dem Social Media-Blickwinkel sondern mehr aus dem SEM / SEO-Blickwinkel. Für Social Media-Dialog hat Google+ derzeit noch einige Defizite (Reichweite, fehlende Interaktionsmöglichkeiten auf Unternehmensseiten, kryptische URL’s, Adminstrukturen von Unternehmensseiten), die aus unserer Sicht erstmal gelöst werden müssen, bevor wir aktive Präsenzen dort in Betracht ziehen würden.

Finanzportal

6. Geschäftsbereichsleiter Online-Marketing bei Sparkassen-Finanzportal GmbH – wie können wir uns das vorstellen? Wie sieht Ihr Tagesablauf aus?

Als zentraler Internetdienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe beraten und unterstützen wir die 428 Sparkassen in Deutschland in allen Belangen des Online-Marketings und -Vertriebs. Durch die dezentrale Struktur der Sparkassen ist das viel mit Reisetätigkeit verbunden, die einen auch in die ländlicheren Gebiete Deutschlands führt. Social Media ist momentan auch das bestimmende Thema unserer Gespräche mit den Sparkassen, da wir uns früh dem Thema gewidmet haben können wir unseren Sparkassen schon sehr ausführliche Informationen und Services rund ums Thema anbieten. Social Media Monitoring zum Beispiel ist hier für die meisten Sparkassen ein unverzichtbares Tool geworden, um eben auch die Diskussion im Social Web zum eigenen Institut besser erfassen und bewerten zu können um letztendlich auch in einen aktiven Dialog mit den Kunden zu treten.

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  1. […] und zum Umsetzungsstand in der Sparkassen-Finanzgruppe. Heute wurde das Interview veröffentlicht, bitte hier lang. Oder hier weiterlesen: 1. Social Media Monitoring in 2012: Aus Ihrer Sicht zwingend erforderlich […]

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