Guttenberg-Freunde vs. Brand-Fans: Wie man Facebook-Fans aktiviert

Eine spannende Diskussion tobt im Web. Die Facebook-Gruppe „Wir wollen Guttenberg zurück“ hat mittlerweile fast 600.000 Mitglieder. Doch dem Demo-Aufruf der Fan-Seite folgten am Samstag lediglich höchstens tausend Menschen – deutschlandweit.
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Aus diesem praktischen Ergebnis, stellt sich die theoretische Frage: Warum lassen sich poltische Facebook-Fans so schlecht aktivieren, für ihrer Überzeugung, die sie durch das klicken des „Like“-Buttons virtuell Ausdruck verliehen haben, auch in der stofflichen Welt einzutreten.

Web-Kenner wie Sascha Lobo oder Christian Stöcker argumentieren, dass das Internet im Jahr 2011 in Deutschland ein Mainstreammedium geworden sei. „Es ist kein Hort der Avantgarde, sondern wandelt sich Tag für Tag noch ein Stückchen mehr zu einem Abbild der bundesdeutschen Gesellschaft (wenn auch derzeit noch mit einer gewissen Ungleichgewichtigkeit bei der Altersverteilung). Und große Teile dieser bundesdeutschen Gesellschaft fanden Guttenberg, unterstützt von wohlwollender Medienberichterstattung, eben ziemlich gut.“

Gegenüber MEEDIA sagte Lobo treffend, dass die Aktion mehr „Justin Bieber, als politisches Statement“ sei. Mit einem Klick auf den „Like“-Button geben die Nutzer ein undifferenziertes Bekenntnis zu Guttenberg ab, mehr aber nicht. Auf die Straße gehen sich deshalb noch lange nicht.

Trotzdem stellt sich für Social Media-Experten und vielen Marketing- und Brand-Manager tatsächlich die Frage, nach dem Sinn von Facebook-Marketing, wenn die Auswirkungen auf die Offline-Welt so gering sind.

Die Frage ist berechtigt. Dem zweifelnden Werbe- und Marketing-Experten sei jedoch versichert: Für einen Brand-Auftritt stellt sich die Situation gänzlich anders da. Denn, wenn man es richtig macht, kommen in diesem Fall alle Vorteile des Netzwerkes voll zum tragen. Die Nutzer erwarten vor allem drei Dinge von einer Fan- bzw. Brand-Seite, die ihnen das Pro-Guttenberg-Angebot nicht bieten konnte:

1. Facebook schafft ein Zugehörigkeitsgefühl: Eine Markenseite kann das Band zwischen Konsumenten und Brand stärken. Dazu muss die Marke jedoch auch…

2. … Kommunizieren. Genau das hat zu Guttenberg nicht gemacht. Die Leute reden bei Facebook nur über ihn. Nicht aber mit ihm. Denn beim Netzwerk geht es um vor allem um Kommunikation. Dann funktioniert die Plattform auch…

3. … Vertrauensbildend. Marken haben über Facebook die große Chance, die Verbraucher und Kunden von sich zu überzeugen und ihre Glaubwürdigkeit zu stärken. Auch in diesem Bereich scheiterte die Guttenberg-Gruppe.

Wenn es einer Marke also bei Facebook gelingt, mit den Nutzer ehrlich zu Kommunizieren, Vertrauen aufzubauen und das Zugehörigkeitsgefühl zu stärken. Dann hat sie auch gute Chancen, dass es via Social Network gelingt einen signifikanten Teil der Fans zu aktivieren.

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