„Weisheit der Vielen“ schlägt Twitter-Prognose-Verrat

Top-Thema des vergangenen Wahlsonntag waren die zwei Zwitscherer, die bereits 1,5 Stunden vor dem Schließen Wahllokale bereits eine fast zutreffende Prognose twitterten. Die Betonung liegt auf fast.

Denn jetzt ist klar: Woher auch immer die Beiden ihre Infos hatte, die Weisheit der Vielen wusste es besser. Oder genauer, die Leser der „Saarbrücker Zeitung“.

Stolz verkündet die Holtzbrinck-Zeitung via Pressemitteilung: „Bei der aktuellen Landtagswahl im Saarland lagen die Online-Nutzer von www.saarbruecker-zeitung.de über alle Parteien hinweg nur 7,6 Punkte neben dem amtlichen Endergebnis. Die ARD (Infratest Dimap) verfehlte das Ergebnis um 13 Punkte, die ZDF-Prognose der Forschungsgruppe Wahlen lag 9 Punkte abseits. Auch bei der Bundestagswahl 2002 hängte die SZ-Wahlwette die Profis ab – nur Forsa war
seinerzeit etwas besser.“

saarbrucker-zeitung

Als Erklärung für das gute Gruppen-Ergebnis nennen die Saarbrücker die sogenante „Weisheit der Vielen“. Der Begriff basiert auf einem Buch von James Surowiecki. „Er argumentiert darin, dass die Kumulation von Informationen in Gruppen zu gemeinsamen Gruppenentscheidungen führen, die oft besser sind als Lösungsansätze einzelner Teilnehmer“, erklärt Wikipedia.

Im Fall der Landtagswahl funktionierte Surowieckis Theorie. Zur Bundestagswahl soll der Versuch wiederholt werden.

2 Kommentare
  1. Joachim Graf
    Joachim Graf says:

    Die veröffentlichten Zahlen belegen meines im Erachtens das Gegenteil: Denn „Wahlstreet“ ist ja eiben auch ein ‚Weisheit der Vielen‘-Portal. iBusiness hat vor einem Satz Jahre mal analysiert, woher die relativ hohe Trefferquote bei Wahl-Portalen stammt – und die relativ niedrige Trefferquote bei vergleichbaren Systemen, die beispielsweise die Bundesligatabelle vorhersagen sollen: Bei Wahlportalen sind die Teilnehmer Teil des tatsächlichen Ergebnis, Funktionen, die das Wahlergebnis tragen, tragen auch das Prognosetool, weswegen es hier indirekte Korrelationen gibt.

    Hat also IMHO nix mit Schwarmintelligenz zu tun…

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  2. kritischer Leser
    kritischer Leser says:

    @Joachim Graf: Deine Aussage bedeutet, „übersetzt“ doch, dass ein Teil des Ganzen etwa vorhersagen kann, wie das Ganze agieren wird, oder? Also genau das, was Schwarmintelligenz ausmacht …

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