Facebook kämpft um die Social Media Pole Position

Gestern, in den späten Abendstunden deutscher Zeit, ging die Nachricht durch die globalen Twitter Streams und Blogs wie ein Lauffeuer: Facebook kauft FriendFeed.

FriendFeed ist ein Echtzeit-Feed-Aggregator mit derzeit etwa einer Million registrierten Nutzern, der es ermöglicht jegliche Form von Social Media Content mit anderen Nutzern zu teilen und darüber in Echtzeit zu diskutieren. Obwohl das Online-Portal schon im Oktober 2007 gelaunched wurde, gelang der tatsächliche Durchbruch hierzulande allerdings erst in diesem Jahr, wahrscheinlich im Zuge des Starts der deutschen Version. In Folge der Integration einer Realtime Search Engine und anderer interessanter Funktionen erlangte es in den letzten Monaten in Deutschland eine immer größere Popularität. Mittlerweile wird in der Blogosphäre FriendFeed in einem Atemzug mit Twitter genannt, wenn es um den neuen Trend des Realtime Streaming geht.

Facebook wiederum war ursprünglich ein klassisches Social Network, dessen Bedeutung vordergründig darin bestand, den Mitgliedern der Community die Möglichkeit zu bieten, sich zu vernetzen und auszutauschen. Auf globaler Ebene ist Facebook heute mit 250 Millionen aktiven Nutzern eines der größten und einflussreichsten sozialen Netzwerke. Auffällig ist allerdings, dass das internationale Facebook Team rund um Gründer Mark Zuckerberg sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen will; zu groß ist die Angst, den nächsten großen Social-Media-Zug zu verpassen oder – noch beängstigender – unter die Räder einer anderen großen Social-Media-Plattform zu geraten.

Eine der einschneidensten Veränderungen, die in diesem Zusammenhang in jüngster Zeit von Facebook initiiert wurden, war wohl die Generalüberholung der Startseite. Auf dieser stehen seit dem Relaunch nicht mehr die Neuigkeiten aus dem Netzwerk im Mittelpunkt, sondern ein Live-Stream a lá Twitter, der vordergründig die Statusnachrichten der eigenen Freunde abbildet.

Diese offensichtliche Neuordnung der Prioritäten und nun auch die Übernahme von FriendFeed zeigt eines ganz deutlich: Facebook will nicht nur ein Social Network sein, sondern – wenn irgend möglich – an allen wichtigen Social-Media-Fronten mitkämpfen. Das Ziel: Sich zu der Plattform zu entwickeln, auf der die Nutzer alle Fäden ihrer Social-Media-Aktivitäten zusammenlaufen lassen. Zurzeit gibt es einige bedeutsame Trends im Bereich Social Media. Dazu gehören unter anderem Realtime Search, Streaming und die Aggregation von Informationen. Im Bereich Streaming soll die Übernahme von FriendFeed und dessen kompetenten Mitarbeitern zu Verbesserungen des bestehenden News Feed führen. Zudem folgte eine Neuerung im Bereich Search dem Kauf von FriendFeed auf dem Fuße, in dem Facebook kurz darauf den Start einer verbesserten Suchfunktion ankündigte, welche auch den persönlichen News Feed der Mitglieder integriert.

Ein Rundum-Schlag gegen Twitter und Co.? Sieht beinahe danach aus… ; )

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