TEIL 1: DR. TIM FISCHER

Hamburg, Dienstagmorgen, zwischen 10 und 11 Uhr. Ich sitze hier neben Klaus Eck, Björn Ognibeni und Alex Wunschel im SIDE Designhotel, und wir lauschen gerade Dr. Tim Fischer, der kürzlich zum Thema Weblogs seine Doktorarbeit geschrieben hat und nun den Anwesenden etwas darüber erzählt, warum man Weblogs im Zusammenhang mit Reputation Management beachten sollte. Dr. Fischer arbeitet als Vice President Global Marketing bei Süd Chemie. Zunächst mal geht’s jetzt um Blog-Grundlagen – was ist das, was kann das? Den Jamba-Kurs hat er für seine Doktorarbeit ausgewertet. Dann Kryptonite und Werbeblogger vs. Heidi Klum GmbH. Jeff Jarvis vs. Dell. Ritex hat gegen negative Online Mundpropaganda mit einer Gegenstudie reagiert und so die Gerüchte auf Blogs bekämpft, dass Latex-Kondome krebserregend seien. 10 oder 12 Blogger waren involviert, das Thema hat nur sehr wenig Reichweite erzielt.
Und jetzt die 10.000-EUR-Frage: wie können Unternehmen gezielt mit Blogs umgehen. Fischer gibt zwei Antworten: entweder eigenes Blog führen, oder bei anderen mitbloggen. (Naja, das ist vielleicht ein wenig eng gefasst. Angefangen beim Beziehungsaufbau mit verschiedenen Bloggern (wenn auch mühsam), über Blog-Sponsoring, bis zu neuartigen Hybriden aus Blog und Wiki gibt es ja ganz verschiedene Varianten, mit Blogs umzugehen.)
Empfehlungen von Herrn Fischer: man sollte sich zunächst mit den wichtigen Blogs vetraut machen, wichtig in Bezug auf Thema, Reichweite, Leserschaft. Dann kann man sich weiter steigern, über “Blog-Lobbyismus” (bin nicht ganz sicher, was das ist), bis hin zu eigenen Blogs.
Fischer geht nicht davon aus, dass Blogs den klassischen Journalismus ersetzen werden, aber dass sie neben den klassischen Medien eine wichtige Zusatzfunktion übernehmen werden, insbesondere als Orientierungsinstrumente und für die Spezialisierung auf sehr spezifische enge Themen.
Der Verweis darauf, dass wir in Deutschland vielen “entwickelteren Blog-Nationen” recht weit hinterher sind, darf natürlich abschließend auch nicht fehlen – dass wir also hier damit am Anfang stehen und es noch sehr viel Entwicklung in diesem Bereich geben wird.
Mein Fazit: nicht viel neues, aber gut und knapp zusammengefasst.
Quelle: Martin Oetting

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